Bist du über 18 Jahre alt?

Durch Anklicken von Akzeptieren bestätigen Sie, dass Sie über 18 Jahre alt sind.

Sammlung: Sauvignon Blanc

Sauvignon Blanc frisch, lebhaft und trocken.

Die weiße Rebsorte stammt aus Frankreich. Rund 100 Synonyme bezeugen das hohe Alter und die weltweite Verbreitung der Rebe in nahezu allen Weinbauländern. Die wichtigsten alphabetisch nach Ländern gruppiert sind Feigentraube, Muskat-Silvaner, Würzsilvaner (Deutschland); Blanc Doux, Blanc Fumé, Blanc Fumet, Fumé, Genetin, Gennetin, Gentin a Romorantin, Gros Sauvignon, Libournais, Painechon, Puinechou, Punéchon, Punechou, Quinechon, Sauternes, Sauvignon Blanc Musqué, Sauvignon Fumé, Sauvignon Jaune, Sauvignon Jeune, Sauvignon Musqué, Savagnou, Surin (Frankreich); Pellegrina, Pissotta, Sauvignon Bianco (Italien); Fumé Blanc (Kalifornien); Sauvignon Bijeli, Sovinjon (Kroatien); Genetin (Luxemburg); Sotern Marunt, Verdo Belîi (Moldawien); Feigentraube, Muskat-Silvaner, Weißer Sauvignon (Österreich); Muškatni Silvanec (Slowenien); Sauvignon Blanco (Spanien); Fehér Sauvignon, Zöld Ortlibi (Ungarn). Sie darf trotz scheinbar hindeutender Synonyme bzw. morphologischerÄhnlichkeiten nicht mit den Sorten Ahumat, Savagnin Blanc (Traminer), Sauvignonasse (Friulano, Tai), Silvaner oder Spergola (früher Synonym für Sauvignon Blanc in Italien) verwechselt werden.

Gemäß im Jahre 1999 erfolgten DNA-Analysen besteht eine Eltern-Nachkommen-Beziehung mit der Sorte Savagnin Blanc = Traminer. Eine früher vermutete Elternschaft Savagnin Blanc x Chenin Blanc wurde widerlegt. Dies erklärt auch, warum Savagnin Blanc und Sauvignon Blanc oft verwechselt wurden und gleiche Synonyme haben. Savagnin Blanc ist aber vermutlich nicht Nachkomme, sondern Elternteil, da diese Sorte viel früher als der wahrscheinliche Nachkomme Sauvignon Blanc erwähnt wurde. Der zweite Elternteil ist unbekannt. Verwandtschaftliche Beziehungen bestehen durch Savagnin Blanc mit den Sorten Aubin Blanc, Béquignol Noir, Grüner Veltliner, Petit Manseng, Petit Meslier, Räuschling, Rotgipfler, Silvaner, Teinturier du Cher und Verdelho.

Mit denselben Eltern wie Sauvignon Blanc sind übrigens auch die Sorten Chenin Blanc und Trousseau Noirentstanden. Gemäß im Jahre 1997 erfolgten DNA-Analysen resultierte aus einer vermutlich natürlichen Kreuzung zwischen Cabernet Franc x Sauvignon Blanc die Sorte Cabernet Sauvignon. Und nach neuesten DNA-Analysen im Jahre 2009 ist die Sorte Sémillon nahe verwandt. Nach Meinung des Diplombiologen Andreas Jung ist Sauvignon Blanc mit der Sorte Grünling identisch, die bis Mitte des 17. Jahrhunderts in Franken angebaut wurde. Farbliche Mutationen sind Sauvignon Gris und Sauvignon Rouge, eine geschmackliche Mutation namens Sauvignon Musquégibt es in Kalifornien. Sauvignon Blanc war Kreuzungspartner der Neuzüchtungen Agorra, Arriloba, Misket Sungurlarski, Sauvignon Cita, Sauvignon Gryn, Sauvignon Kretos, Sauvignon Nepis, Sauvignon Rytos, Sauvignon Sary, Sauvin und Sirmium. Ein offen abgeblühter Sämling ist Avrora Magaracha.

Nach einer nicht nachprüfbaren Legende soll dem französischen König Heinrich IV. (1553-1610) unmittelbar nach seiner Geburt sein Großvater die Lippen mit einer Knoblauchzehe eingerieben und einen Schluck Sauvignon Blanc eingeflößt haben. Dies machte angeblich den König zum späteren Weingenießer. Eine Erwähnung unter dem Namen Sauvignon Fumé oder Blanc Fumé gab es im Jahre 1783 in Sancerre. Nach einem im Kloster St. Gallen (Schweiz) befindlichen Pachtvertrag wurde Sauvignon Blanc aber offensichtlich bereits im Jahre 1692 in der Gemeinde Pfaffenweiler (Markgräflerland) angebaut. In diesem Dokument wird vorgeschrieben, dass bei Neupflanzungen Roter Burgunder oder Muscatsylvaner (Sauvignon Blanc) angebaut werden muss.

Nach einer Hypothese sollen Sauvignon Blanc und Savagnin Blanc (Traminer) von Großmähren über Franken an die Loire und Bordeaux gekommen sein. Eine zweite wahrscheinlichere Variante nennt auf Grund einiger Indizien jedoch Frankreich und die Loire als Ursprung. Unabhängig der tatsächlichen genauen Herkunft ist die Sorte wahrscheinlich erst später nach Deutschland und Österreich gekommen. Bis zum dritten Reich Mitte der 1930er-Jahre war der Muscatsylvaner in Baden vertreten. Unter der Naziherrschaft wurde der Anbau in Deutschland mit der Begründung verboten, dass die Sorte ein „Feindeswein“ sei. Deshalb war er nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland für längere Zeit ohne Bedeutung. Als „Riesling von Würzburg“ wurde er vom Botaniker Johann Simon Kerner (1755-1830) um 1800 in seinen Rebsortenbildtafeln verewigt.

Die früh bis mittel reifende Rebe ist sehr anfällig für Botrytis, Echten Mehltau und allgemein für Holzkrankheiten, wie zum Beispiel Eutypiose, jedoch widerstandsfähig gegen Falschen Mehltau. Sie erbringt aromatische, in der Regel säurebetonte Weißweine mit Aromen nach Gras, Kräutern, Stachelbeeren, grünen Früchten, Pampelmuse und Maracuja, wofür ein höherer Anteil von Methoxypyrazinen (Aromastoffe) verantwortlich ist. Auf Grund ihrer speziellen, aromatischen Eigenschaften wird sie als sogenannte Bukettsorte bezeichnet. Durch die signifikanten Aromen ist die Sorte relativ leicht zu identifizieren. Die Weine besitzen ausgezeichnetes Lagerungspotential. Die Sorte zählt zum engsten Kreis der so Cépages nobles, den qualitativ edelsten Rebsorten der Welt.

Im Ursprungsland Frankreich ist die Sorte Sauvignon Blanc hauptsächlich in den Regionen Bordeaux, Loire, Languedoc-Roussillon und Provence vertreten und dort in unzähligen Appellationen zugelassen. An der Loire werden daraus sortenrein die berühmten Weißweine Sancerre und Pouilly-Fumé gekeltert. Die Sorte verleiht aber auch als Verschnittpartner des Sémillon den Weinen Frische und Kraft, wie zum Beispiel den berühmten Weinen von Gravesund Sauternes. Die Anbaufläche in Frankreich betrug im Jahre 2010 insgesamt 27.931 Hektar.

In Europa gibt es Anbauflächen in Deutschland (516 ha), England (3 ha), Griechenland (256 ha), Italien (3.744 ha), Kroatien (249 ha), Malta, Moldawien (8.151 ha), Österreich (933 ha), Portugal (171 ha), Rumänien (4.157 ha), Russland (951 ha), Schweiz (134 ha), Slowakei (208 ha), Slowenien (1.061 ha), Spanien (4.011 ha), Tschechien (804 ha), Türkei (146 ha), Ukraine (3.123 ha), Ungarn (907 ha) und auf Zypern. In Übersee sind dies Argentinien (2.296 ha), Australien (6.467 ha), Brasilien (45 ha), Chile (12.159 ha), China (1 ha), Indien, Israel, Japan, Kanada (320 ha), Mexiko(120 ha), Myanmar (22 ha), Neuseeland (16.205 ha), Südafrika (9.551 ha) und Uruguay (147 ha), sowie die US-Staaten Kalifornien (~6.000 ha), New York, Oregon, Texas, Virginia und Washington. Die Sorte belegte im Jahre 2010 insgesamt 111.285 Hektar Rebfläche mit extrem steigender Tendenz (zehn Jahre vorher waren es 64.889 Hektar). Sie belegte damit im weltweiten Rebsortenranking den Rang 8.

Quelle: Wine Grapes / J. Robinson, J. Harding, J. Vouillamoz / Penguin Books Ltd. 2012

7 Produkte